Studie: Einsatz von KI senkt Stresslevel, lässt Anwender aber an persönlicher Produktivität zweifeln

08 Juli, 2026

  • Weltweit nutzt die Hälfte aller Angestellten KI mehrfach pro Woche, 20 Prozent sogar nahezu täglich.
  • In Deutschland ist die Nutzung nur unterdurchschnittlich, erst 14 Prozent der Arbeitnehmenden setzt KI nahezu täglich ein.
  • Regelmäßige KI-Nutzer berichten von einem höheren Engagement und weniger negativem Stress als Nichtnutzer, zweifeln jedoch eher an ihrer eigenen Produktivität.
  • Die Studie „People at Work 2026” basiert auf der „Global Workforce Survey“ von ADP Research, für die Antworten von 39.000 Arbeitnehmenden aus 36 Ländern ausgewertet wurden, darunter 1.184 in Deutschland.

Neu-Isenburg – 8.7.2026 – Künstliche Intelligenz wird zunehmend zum festen Bestandteil des Arbeitsalltags: Laut der jüngsten Studie von People at Work 2026 von ADP Research setzt die Hälfte der weltweit befragten Arbeitnehmer KI mehrmals pro Woche ein. Jeder Fünfte gibt an, KI fast täglich zu nutzen. Das verdeutlicht, wie schnell sich die Technologie zu einem alltäglichen Arbeitsinstrument entwickelt hat.

Während 30 Prozent der täglichen KI-Nutzer hoch motiviert sind, zeigt sich bei der Wahrnehmung der eigenen Produktivität ein differenziertes Bild. Tägliche KI-Anwender haben viermal häufiger das Gefühl, weniger produktiv zu sein im Vergleich zu Nichtnutzern. Vermutlich verstärkt die stetig wachsende Integration von KI in die tägliche Arbeit den Eindruck, weniger erreicht zu haben. Da immer mehr einfache Aufgaben an die KI delegiert werden und Arbeitnehmer zu längerfristigen, strategischen Projekten übergehen, müssen Unternehmen möglicherweise neu bewerten, wie sich die Produktivität am Arbeitsplatz bemisst.

In Deutschland ist die Akzeptanz von KI vergleichsweise noch nicht so weit fortgeschritten. Nur 43 Prozent aller Beschäftigten nutzen KI mehrmals pro Woche, und nur ein Siebtel setzt KI nahezu täglich ein. Auch die Auswirkungen auf den eigenen Job werden im internationalen Vergleich eher gering bewertet: Nur 8 Prozent glauben, dass KI die eigene Arbeit positiv verändern wird, genauso viele befürchten, dass die KI sie ersetzen wird.

Thomas Zimmermann, Geschäftsführer bei ADP Deutschland, bestätigt: „KI verändert die Art und Weise, wie wir arbeiten, doch die bloße Einführung erzeugt noch kein Gefühl von höherer Produktivität. In Deutschland befindet sich die Einführung von KI noch in einem frühen Stadium, und viele Unternehmen beginnen gerade erst, ihr Potenzial auszuloten. Daher ist es für Führungskräfte unerlässlich, einen durchdachten Ansatz zu verfolgen und sicherzustellen, dass die Vorteile in ihren gesamten Unternehmen zum Tragen kommen. Für Arbeitgeber bietet dies die Gelegenheit, in Schulungen zu investieren, die es den Mitarbeitenden ermöglichen, effektiv mit KI zusammenzuarbeiten. Arbeitnehmende sollten ihre Fähigkeiten erweitern und sich mit KI-Tools vertraut machen, und gleichzeitig herausfinden, wie diese in ihre Arbeitsabläufe passen könnten. Das hilft zu erkennen, wo Produktivitätssteigerungen mithilfe von KI möglich sind und wo sich menschliches Urteilsvermögen, Kreativität und zwischenmenschliche Kommunikation gezielt einsetzen lassen. Dadurch werden ihre Leistung, ihr Selbstvertrauen und ihre langfristige Beschäftigungsfähigkeit gestärkt.“

Häufiger KI-Einsatz motiviert und senkt das Stresslevel

Der Einsatz von KI kann zu einer positiveren Arbeitserfahrung beitragen. Dem Bericht zufolge geben 11 Prozent der täglichen KI-Nutzer an, unter negativem Stress zu leiden – das ist weniger als die Hälfte der Nichtnutzer (23 Prozent).

Regelmäßige KI-Nutzer berichten zudem von einer stärkeren Teamdynamik. Sie begreifen sich häufiger als Teil eines Teams, und geben häufiger an, im „besten Team“ zu arbeiten. Sie haben auch weniger Ängste davor, dass ihr Job gestrichen werden könnte ‒ ein klarer Hinweis auf den Zusammenhang zwischen Jobsicherheit und regelmäßiger KI-Nutzung.

Dr. Nela Richardson, Chefökonomin bei ADP, erklärt: „KI verändert nicht nur unsere Arbeitsweise, sondern auch, wie sich Menschen am Arbeitsplatz fühlen. Unsere Daten zeigen, dass Personen, die KI häufig nutzen, ein höheres Engagement und weniger Stress verspüren. Allerdings empfinden sie sich auch als weniger produktiv. Arbeitgeber, die ihren Mitarbeitern den Übergang zu neuen KI-Arbeitsweisen erleichtern, können ein Arbeitsumfeld schaffen, in dem KI weniger als Störfaktor, sondern eher als Teamkollege wahrgenommen wird.“

KI-Akzeptanz in verschiedenen Ländern und Deutschland

Die KI-Nutzung variiert weltweit deutlich. Die höchste Akzeptanz gibt es in Indien (41 Prozent), Nigeria (39 Prozent) und Vietnam (36 Prozent). Obwohl die Nutzung in Deutschland deutlich hinter dem internationalen Durchschnitt liegt, lassen sich aus der Studie dennoch einige wichtige Trends ableiten:

  • Weltweit sind mehr Arbeitnehmende davon überzeugt, dass KI ihre Arbeit positiv beeinflussen wird (17 Prozent) und fürchten wenige (9 Prozent) einen Jobverlust.
  • Arbeitnehmende, die kreative Kopfarbeit leisten, machen sich bei dem Thema die größten Sorgen, sehen aber auch die größten Chancen. 13 Prozent der Knowledge Worker in Deutschland sind der festen Überzeugung, dass sich KI positiv auswirkt. Letztes Jahr waren es noch 18 Prozent.
  • Nur 8 Prozent gehen davon aus, dass KI sie ersetzen wird. Und 24 Prozent der Deutschen stimmen voll und ganz zu, dass ihr Arbeitsplatz vor dem Wegfall sicher ist; dieser Wert liegt leicht über dem europäischen Durchschnitt, entspricht aber dem weltweiten Durchschnitt von 22 Prozent.
  • Arbeitnehmende zwischen 18 und 39 Jahren bilden mit 20 Prozent in Deutschland die größte Gruppe, die KI nahezu täglich nutzt. Nur in Großbritannien und der Schweiz ist die Akzeptanz bei Personen unter 40 in Europa noch höher.
  • Insgesamt zeigt sich in Europa und im Gegensatz zu anderen Kontinenten, dass viele Befragte scheinbar keinen großen Einfluss von KI auf ihre Arbeit erwarten. In Deutschland sind über alle Berufs- und Altersgruppen hinweg nur 8 Prozent vollständig überzeugt davon, dass KI sie ersetzen wird oder dass sich ihre Arbeit deutlich verbessert.

Weitere Zahlen und Ergebnisse finden Sie in den umfassenden St udienergebnissen.

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Zur Methodik der Studienreihe „People at Work 2026“

„People at Work 2026“ veröffentlicht Umfrageergebnisse aus der jährlichen „Global Workforce Survey“ von ADP Research, für die mehr als 39.000 erwerbstätige Erwachsene in 36 Märkten befragt wurden. Sie erfasst die globale Stimmung in den jeweiligen Belegschaften und untersucht, wie Menschen mit den Komplexitäten einer sich wandelnden Welt umgehen. Die Studie präsentiert Daten zur Stimmung der Arbeitnehmenden, aufgeschlüsselt nach Region, Berufsgruppe und anderen Faktoren. Damit erhalten Arbeitgeber einen detaillierten und differenzierten Einblick in Belegschaften weltweit, der ihnen hilft, ihre Mitarbeiter besser zu verstehen und durch datengestützte Personalentscheidungen das Wachstum voranzutreiben.

Über ADP Research

Die Mission von ADP Research ist es, die Zukunft der Arbeit durch datengestützte Erkenntnisse produktiver zu gestalten. Unternehmen, Arbeitnehmende und politische Entscheidungsträger verlassen sich auf präzise Daten und eine einzigartige Perspektive. Auf dieser Basis lassen sich fundierte Entscheidungen treffen, die sich auf den Arbeitsmarkt weltweit auswirken. Um monatliche E-Mail-Benachrichtigungen zu abonnieren oder weitere Informationen über ADP Research zu erhalten – darunter Daten zu Beschäftigung und Vergütung, Methodik sowie einen Veröffentlichungskalender –, besuchen Sie bitte www.adpresearch.com

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