Beschäftigte sorgen sich um Jobsicherheit: Nur 24 Prozent der Deutschen fühlen sich komplett sicher im Job

29 Juli, 2026

  • In keinem der untersuchten Märkte schätzt eine Mehrheit der Beschäftigten ihren Arbeitsplatz als sicher vor dem Wegfall ein.
  • Beschäftigte, die ihren Arbeitsplatz als sicher einschätzen, sind sechsmal so häufig engagiert und bleiben mit doppelt so hoher Wahrscheinlichkeit bei ihrem Arbeitgeber.
  • Beschäftigte in sozialen Berufen und dem Gesundheitssektor haben das stärkste Sicherheitsgefühl.

Neu-Isenburg – 29.07.2026 – Weltweit sind nur 22 Prozent der Beschäftigten fest davon überzeugt, dass ihr Arbeitsplatz nicht wegfallen wird. Das geht aus der aktuellen Studie People at Work 2026 von ADP Research hervor. Obwohl die Arbeitslosigkeit in vielen Märkten vergleichsweise niedrig ist, gibt es unter den untersuchten Ländern kein einziges, in dem eine Mehrheit der Beschäftigten Vertrauen in ihre Jobsicherheit hat. Fortschritte in der KI und der demografische Wandel schaffen neue Herausforderungen und Chancen für die Arbeitswelt. Diese und weitere Ergebnisse zeigen, dass Arbeitgeber ihre Talentstrategien neu ausrichten und ihren Beschäftigten mehr Klarheit geben sollten.

In Europa glauben nur 21 Prozent der Befragten, dass ihr Arbeitsplatz sicher ist. In Deutschland teilen immerhin 24 Prozent der Beschäftigten diese Einschätzung. Das unterstreicht die Kluft zwischen den tatsächlichen Beschäftigungsbedingungen und dem Vertrauen der Beschäftigten in ihre langfristige Jobsicherheit.

Tab.1: Ranking Europäische Länder

Markt

Anteil Arbeitnehmender, die voll zustimmen, dass ihr Arbeitsplatz sicher ist

Österreich

27 %

Frankreich

26 %

Vereinigtes Königreich

25 %

Deutschland

24 %

Schweiz

24 %

Spanien

24 %

Polen

21 %

Italien

20 %

Niederlande

19 %

Schweden

18 %

Tschechische Republik

12 %

„KI verändert einzelne Arbeiten in bestehenden Berufen. Sie schafft neue Berufsbilder und wandelt zugleich bestehende Rollen. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass eine Lücke zwischen den tatsächlichen Beschäftigungsbedingungen und dem Empfinden der Beschäftigten mit Blick auf ihre Zukunft besteht“, sagte Thomas Zimmermann, CEO Deutschland von ADP. „In Deutschland beschäftigt die Mitarbeitenden nicht nur, ob sie heute einen Job haben. Sie fragen sich auch, ob ihre Rolle auf Dauer relevant bleibt, und viele blicken nicht zuversichtlich auf ihre berufliche Zukunft. Für Beschäftigte ist es in Zukunft entscheidend, ihre Fähigkeiten aktuell zu halten, um in einem dynamischen Arbeitsmarkt wettbewerbsfähig zu bleiben. Für Arbeitgeber bedeutet das, klar zu kommunizieren, wie sich Rollen voraussichtlich entwickeln, welche Folgen das für ihre Belegschaft hat, und entsprechend in kontinuierliche Weiterbildung zu investieren. So sichern sie die Beschäftigungsfähigkeit ihrer Mitarbeitenden und steigern zugleich die Effizienz.“

Tab. 2: Ranking Regionen

Markt

Anteil Arbeitnehmender, die voll zustimmen, dass ihr Arbeitsplatz sicher ist

Mittlerer Osten / Afrika

30 %

Nordamerika

26 %

Lateinamerika

24 %

Europa

21 %

Asien-Pazifik

18 %

Vertrauen in Jobsicherheit fällt in Deutschland je nach Beschäftigtengruppe deutlich

Das Vertrauen in die Jobsicherheit bleibt hierzulande insgesamt niedrig. Je nach Arbeitsform, Bildungsabschluss und Branche zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede. Beschäftigte mit einem abgeschlossenen Studium fühlen sich sicherer im Job als Menschen, die nicht studiert haben. Konkret sind es 23 Prozent bei denjenigen mit Hochschulabschluss und 19 Prozent bei jenen ohne.

Auch der Aufgabenbereich spielt eine Rolle. 30 Prozent der Wissensarbeitenden vertrauen stark auf ihre Jobsicherheit. Bei Beschäftigten in qualifizierten Tätigkeiten sind es lediglich 19 Prozent, Beschäftigte in sich wiederholenden Tätigkeiten kommen auf 22 Prozent. Über alle Branchen hinweg melden europäische Beschäftigte in sozialen Berufen und dem Gesundheitssektor mit 29 Prozent das höchste Vertrauen in ihre Jobsicherheit. Beschäftigte in Forst- und Landwirtschaft sowie im Bergbau kommen mit 17 Prozent auf die niedrigsten Werte.

Produktivität und Mitarbeiterbindung hängen stark von der Jobsicherheit ab

Weltweit zeigt der Bericht, dass Beschäftigte, die ihren Arbeitsplatz als sicher einschätzen, doppelt so häufig angeben, bei ihrem aktuellen Arbeitgeber verbleiben zu wollen. Jobsicherheit steht auch in engem Zusammenhang mit der Leistung der Beschäftigten. Wer seinen Arbeitsplatz als sicher einschätzt, ist sechsmal so häufig voll engagiert und gibt 3,3-mal so häufig eine hohe Produktivität an.

„Jobsicherheit ist zu einem geschäftskritischen Thema geworden und nicht nur zu einem Stimmungsindikator für die Belegschaft“, erklärt Dr. Nela Richardson, Chefvolkswirtin bei ADP. „Wenn Beschäftigte Vertrauen in ihre Zukunft in einem Unternehmen haben, bleiben sie ihm eher verbunden, leisten mehr und tragen wirksamer zum Erfolg bei. Arbeitgeber, die offen kommunizieren und gezielt in den Aufbau von Fähigkeiten investieren, sind deutlich besser aufgestellt, um eine widerstandsfähige Belegschaft aufzubauen.“

Lesen Sie den aktuellen Bericht People at Work 2026.
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Zur Methodik der Studienreihe „People at Work 2026“

„People at Work 2026“ präsentiert Umfrageergebnisse aus der jährlichen „Global Workforce Survey“ von ADP Research. Im Rahmen der Studie wurden mehr als 39.000 berufstätige Erwachsene in 36 Märkten befragt, um die globale Stimmung in der Belegschaft zu erfassen und zu untersuchen, wie Menschen mit den Komplexitäten einer sich wandelnden Welt umgehen. Der Bericht präsentiert Daten zur Stimmung der Arbeitnehmer, aufgeschlüsselt nach Region, Berufsgruppe und anderen Dimensionen. Damit erhalten Arbeitgeber einen detaillierten und differenzierten Einblick in die globale Belegschaft, der ihnen hilft, ihre Mitarbeiter besser zu verstehen und durch datengestützte Personalentscheidungen das Wachstum voranzutreiben.

Die „2025 Global Workforce Survey“ sammelte zwischen dem 21. Juli und dem 4. August 2025 Antworten einer nach Alter und Geschlecht geschichteten Zufallsstichprobe von mehr als 39.000 berufstätigen Erwachsenen in 36 Märkten, um regionale und marktbezogene Vergleiche der Stimmung der Arbeitnehmer zu ermöglichen. Die Befragten stammen aus einer Vielzahl von Branchen, Bildungshintergründen, Arbeitsumgebungen (vor Ort und im Homeoffice), Beschäftigungsformen und Qualifikationsprofilen. Sie vertreten ein breites Spektrum an Führungs- und Fachkraftpositionen und sind bei Arbeitgebern aller Größenordnungen tätig.

Um die aktuelle Ausgabe von „People at Work 2026“ sowie frühere Versionen einzusehen, klicken Sie hier: People at Work 2026

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