Weniger als jeder fünfte junge Beschäftigte in Deutschland hat die notwendigen Kompetenzen für den beruflichen Aufstieg
04 November, 2026
- ADP-Studie untersucht Altersunterschiede bei Kompetenzen, finanzieller Situation, Jobwechsel und Stress
Neu-Isenburg, 04. November 2026 – Weltweit arbeiten mittlerweile bis zu fünf Altersgruppen Seite an Seite in ihren jeweiligen Unternehmen. Wie bewerten sie ihre Kompetenzen in Bezug auf die eigene Karriere, ihre finanzielle Situation und einen möglichen Arbeitsplatzwechsel? Wo gibt es Unterschiede in den Altersgruppen, wo im internationalen Vergleich? Das hat ADP in der Studie People at Work 2026 untersucht. ADP Research hat dazu mehr als 39.000 berufstätige Beschäftigte in 36 Ländern befragt, darunter 1184 in Deutschland. Die Ergebnisse legen nahe, dass Arbeitgeber in maßgeschneiderte Strategien investieren sollten, um den spezifischen Bedürfnissen einer altersgemischten Belegschaft gerecht zu werden.
Kompetenzeinschätzung: Jüngere Beschäftigte in Deutschland weit unter dem internationalen Durchschnitt und auf dem vorletzten Platz in Europa
ADP Research wollte wissen, wie Beschäftigte ihre eigenen Kompetenzen in Bezug auf den Karriereaufstieg innerhalb der kommenden drei Jahre bewerten. In Deutschland liegt der Anteil an jüngeren Beschäftigten, die sich für den beruflichen Aufstieg sehr gut qualifiziert fühlen, signifikant niedriger als weltweit und auch niedriger als im europäischen Vergleich: Während weltweit fast ein Drittel (29 Prozent) der Beschäftigten im Alter von 18-26 Jahren komplett zustimmte, über die erforderlichen Kompetenzen zu verfügen, waren es in Deutschland nur 17 Prozent; in Europa 21. Das heißt: Mehr als 80 Prozent der jungen Beschäftigten in Deutschland fühlen sich nicht vollständig qualifiziert für die nächsten beruflichen Schritte. Deutschland ist in dieser Altersklasse damit auf dem vorletzten Platz in Europa, nach den Niederlanden. Interessant ist auch: In Deutschland gibt es nur minimale Unterschiede in den verschiedenen Altersgruppen, während es im internationalen Vergleich starke Abweichungen zwischen jüngeren und älteren Angestellten gibt. Das Alter scheint in Deutschland also einen geringen Einfluss auf die selbst eingeschätzte „Skills Readiness“ zu haben.
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Anteil der Beschäftigten, der komplett zustimmt, über die notwendigen Skills zu verfügen, um in den kommenden drei Jahren beruflich voranzukommen |
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18 bis 26 |
27 bis 39 |
40 bis 54 |
55 bis 64 |
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Weltweit |
29 % |
30 % |
24 % |
18 % |
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Großbritannien |
29% |
32% |
19% |
15% |
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Schweden |
25% |
21% |
14% |
16% |
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Frankreich |
25% |
24% |
16% |
9% |
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Österreich |
24% |
22% |
15% |
15% |
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Schweiz |
21% |
21% |
19% |
19% |
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Polen |
20% |
19% |
16% |
16% |
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Tschechische Republik |
20% |
16% |
8% |
8% |
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Italien |
19% |
21% |
15% |
14% |
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Spanien |
19% |
24% |
21% |
19% |
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Deutschland |
17% |
18% |
19% |
17% |
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Niederlande |
13% |
13% |
12% |
6% |
Förderung durch Arbeitgeber: Kluft zwischen Erwartung und tatsächlichem Support
Eine weitere Frage bestand darin, ob Arbeitgeber ihren Beschäftigten sinnvolle Unterstützung zur beruflichen Weiterentwicklung bieten. Weniger als jeder fünfte jüngere Arbeitnehmende zwischen 18 und 26 Jahren in Deutschland stimmte komplett zu, dass sein Arbeitgeber in die Fähigkeiten investiert, die für die berufliche Weiterentwicklung erforderlich sind. Das deutet auf eine Kluft zwischen den Erwartungen der Mitarbeitenden und der tatsächlichen Unterstützung am Arbeitsplatz hin. Je älter die Beschäftigen, desto größer scheint diese Kluft zu sein. Diese Tendenz lässt sich in vielen Teilen der Welt beobachten.
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Anteil der Beschäftigten, die komplett zustimmen, dass ihr Arbeitgeber in die Fähigkeiten investiert, die sie für ihre künftige Karriere benötigen |
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18 bis 26 |
27 bis 39 |
40 bis 54 |
55 bis 64 |
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Weltweit |
21% |
21% |
16% |
12% |
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Germany |
19% |
13% |
12% |
12% |
Finanzielle Situation: Nur jeder Zehnte ältere Beschäftigte weltweit fühlt sich gut aufgestellt
Der Frage, ob man sich in Bezug auf die eigene finanzielle Situation gut fühlt, stimmt weltweit nur jeder Zehnte zwischen 55 und 64 Jahren komplett zu. In den jüngeren Altersgruppen (18-39 Jahren) sind es fast doppelt so viele: Hier liegt der Anteil immerhin bei 19 Prozent. In Deutschland liegen alle Altersgruppen unter dem jeweiligen internationalen Durchschnitt. Die einzige Ausnahme ist die ältere Arbeitnehmergeneration zwischen 55 und 64: Dieser scheint es in Deutschland finanziell etwas besser zu gehen als dem weltweiten Durchschnitt. Denn immerhin rund jeder siebte Angestellte zwischen 55 und 64 Jahren in Deutschland stimmte voll und ganz zu, finanziell gut aufgestellt zu sein (14 Prozent).
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Anteil der Beschäftigten, der komplett zustimmt, finanziell gut aufgestellt zu sein |
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18 bis 26 |
27 bis 39 |
40 bis 54 |
55 bis 64 |
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Weltweit |
19 % |
19 % |
13 % |
10 % |
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Deutschland |
16% |
14% |
10% |
14% |
Berufliche Mobilität: Ein Jobwechsel scheint in Deutschland leichter zu sein als woanders
Nur 9 Prozent der deutschen Beschäftigten schätzen, dass ein Jobwechsel heute viel schwieriger ist als noch vor einem Jahr. Weltweit glauben das hingegen fast doppelt so viele: Da liegt der Anteil bei 17 Prozent. Unterschiede in den Alterskohorten sind weltweit und in Deutschland minimal. In Deutschland den Job zu wechseln, scheint in allen Altersgruppen einfacher zu sein als in anderen Ländern bzw. zumindest nicht schwieriger geworden zu sein. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland hinter den Niederlanden auf dem zweiten Platz. Nur dort scheint ein Jobwechsel noch einfacher zu sein.
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Anteil der Beschäftigten, die es als viel schwieriger einschätzen, heute den Job zu wechseln als noch vor 12 Monaten |
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18 bis 26 |
27 bis 39 |
40 bis 54 |
55 bis 64 |
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Weltweit |
17 % |
17 % |
18 % |
19 % |
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Niederlande |
5% |
3% |
3% |
4% |
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Deutschland |
8% |
7% |
10% |
11% |
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Italien |
10% |
14% |
18% |
19% |
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Frankreich |
10% |
17% |
15% |
19% |
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Österreich |
12% |
10% |
14% |
22% |
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Schweden |
13% |
16% |
19% |
24% |
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Schweiz |
14% |
9% |
10% |
14% |
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Großbritannien |
14% |
13% |
16% |
18% |
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Spanien |
15% |
15% |
20% |
18% |
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Tschechische Republik |
16% |
15% |
16% |
17% |
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Polen |
21% |
18% |
13% |
21% |
Stress: Ältere Beschäftigte scheinen resistenter
Weltweit berichten ältere Arbeitnehmende am seltensten von häufig auftretendem, negativem Stress: 48 Prozent der über 65-Jährigen und 32 Prozent der 55- bis 64-Jährigen geben an, dass sie weniger als einmal im Monat unter negativem Stress leiden. Arbeitnehmende ab 55 Jahren finden ebenso häufig Sinn in ihrer Arbeit und fühlen sich engagiert.
Fünf Altersgruppen unter einem Dach stellen neue Anforderungen an das Personalmanagement und HR
Eine altersgemischte Belegschaft bietet eine Chance zur Stärkung der Unternehmensleistung. Auch wenn verschiedene Generationen die Arbeit und Arbeitswelt unterschiedlich erleben, können sie sich in ihren Stärken ergänzen. Das ermöglicht Arbeitgebern, widerstandsfähigere und produktivere Teams aufzubauen.
„Da KI die Arbeit auf Aufgabenebene neu gestaltet, benötigen Unternehmen menschenzentrierte und zugleich datengestützte Strategien für das Personalmanagement, um den vielfältigen Karrierebedürfnissen einer generationenübergreifenden Belegschaft gerecht zu werden“, sagte Dr. Nela Richardson, Chefökonomin bei ADP. „Indem Arbeitgeber ihre Beschäftigten korrekt und pünktlich bezahlen, Lohnanalysen nutzen, um eine gerechtere Vergütung zu fördern, und in maßgeschneiderte Weiterbildungsinitiativen investieren, können sie in jeder Phase der Karriere ihrer Mitarbeitenden mehr Vertrauen und Unterstützung aufbauen.“
Thomas Zimmermann, General Manager Deutschland bei ADP, ergänzt: „Arbeitgeber sollten die Arbeit bewusst so gestalten, dass sich die Stärken verschiedener Altersgruppen gegenseitig ergänzen, und die Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten auf jede Phase der beruflichen Laufbahn abstimmen. Die Erkenntnisse unserer Studie helfen ihnen, die richtigen Ansatzpunkte zu finden. In Deutschland zeigen die Ergebnisse, dass beispielsweise gerade die jüngere Generation gezielter in ihren Karrierewegen begleitet und gestärkt werden muss. Hierfür können Unternehmen Mentoring-Beziehungen über Altersgruppen hinweg fördern und Lernmöglichkeiten für den generationsübergreifenden Wissensaustausch schaffen. Das stärkt die Zusammenarbeit, unterstützt die Kompetenzentwicklung und kann die Produktivität verbessern. Zwar führt eine Belegschaft aus mehreren Generationen zu vielfältigeren Erwartungen an den Arbeitsplatz, doch genau diese Vielfalt kann unterschiedliche Stärken mit sich bringen.“
Laden Sie sich den aktuellen People at Work 2026-Bericht herunter, um detaillierte Daten auszuwerten.
Über die Methodik der Berichtsserie „People at Work 2026“
„People at Work 2026“ präsentiert Umfrageergebnisse aus der jährlichen „Global Workforce Survey“ von ADP Research, an der mehr als 39.000 berufstätige Erwachsene in 36 Ländern teilnahmen, um die globale Stimmung von Arbeitnehmenden zu erfassen und zu untersuchen, wie Menschen mit den Komplexitäten einer sich wandelnden Welt umgehen. Der Bericht präsentiert Daten zur Stimmung der Beschäftigten, aufgeschlüsselt nach Region, Berufsgruppe und anderen Dimensionen, und bietet Arbeitgebern so einen detaillierten und differenzierten Einblick in die globale Belegschaft. Dieser kann genutzt werden, um die eigene Belegschaft besser zu verstehen und durch datengestützte Personalentscheidungen das Wachstum voranzutreiben.
Die „2025 Global Workforce Survey“ sammelte zwischen dem 21. Juli und dem 4. August 2025 Antworten einer nach Alter und Geschlecht geschichteten Zufallsstichprobe von mehr als 39.000 berufstätigen Erwachsenen in 36 Ländern, um regionale und marktbezogene Vergleiche der Stimmung der Beschäftigten zu ermöglichen. Die Befragten stammen aus einer Vielzahl von Branchen, Bildungshintergründen, Arbeitsweisen (vor Ort und im Homeoffice), Arbeitsformen und Qualifikationsprofilen. Sie vertreten eine Bandbreite an Führungs- und Fachkraftpositionen und sind bei Arbeitgebern aller Größenordnungen beschäftigt.
Über ADP Research
Die Mission von ADP Research ist es, die Zukunft der Arbeit durch datengestützte Erkenntnisse produktiver zu gestalten. Unternehmen, Beschäftigte und politische Entscheidungsträger verlassen sich auf unsere präzise aufbereiteten Daten und unsere einzigartige Perspektive, um fundierte Entscheidungen zu treffen, die Arbeitsstätten auf der ganzen Welt beeinflussen. Um monatliche E-Mail-Benachrichtigungen zu abonnieren oder weitere Informationen über ADP Research zu erhalten, einschließlich Beschäftigungs- und Vergütungsdaten, Methodik und einem Kalender mit Veröffentlichungsterminen, besuchen Sie bitte www.adpresearch.com
Über ADP (NASDAQ: ADP)
ADP prägt seit mehr als 75 Jahren die Arbeitswelt mit Innovation und Fachkompetenz. Als weltweit führender Anbieter von Personal- und Gehaltsabrechnungslösungen arbeitet ADP kontinuierlich daran, geschäftliche Herausforderungen für unsere Kunden und deren Mitarbeiter zu lösen – von einfachen, benutzerfreundlichen Tools für kleine Unternehmen bis hin zu vollständig integrierten Plattformen für globale Konzerne und allem, was dazwischen liegt. „Always Designing for People“ bedeutet, dass wir uns genau darauf konzentrieren – auf die Menschen. Wir nutzen unsere unübertroffenen, KI-gestützten Erkenntnisse und unser bewährtes Fachwissen, um innovative Lösungen zu entwickeln, die Menschen helfen, im Beruf erfolgreicher zu sein. Mehr als 1,1 Millionen Kunden in über 140 Ländern vertrauen auf den außergewöhnlichen Service von ADP, um ihre Mitarbeiter zu unterstützen und ihr Geschäft voranzubringen. Personalwesen, Talentmanagement, Zeitmanagement, Sozialleistungen, Compliance und Lohn- und Gehaltsabrechnung. Erfahren Sie mehr unter de.ADP.com.
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